Gotteskoogsee

Der Gotteskoogsee im Naturschutzraum Gotteskoog

Thema Gotteskoogsee: Sielzug im Naturschutzraum GotteskoogEs war der 13. August 1982, als der Gotteskoogsee im Rahmen umfangreicher Renaturierungsmaßnahmen ›wiedereröffnet‹ wird. Die ›Zeit‹ charakterisiert in einem Beitrag vom 5. November 1982 die ›Wiedereröffnung‹ eines einst mit enormen Summen aus öffentlichen Mitteln entwässerten Sees als ›Die Auferstehung eines Sees – Der Deichgraf holt Wasser ins Land‹.

Im Jahre 1566, nach dreihundert Jahren sich hinziehender Anstrengungen und einer wechselvollen Geschichte mit leidvollen Erfahrungen und Rückschlägen, gelang es den Deichbauern schließlich, den Gotteskoog in seiner heutigen Gestalt einzudeichen. Man schuf mit dieser Eindeichung zugleich den größten Koog in der Geschichte Nordfrieslands. Bis dahin war der Gotteskoog eine von Prielen durchzogene Insel- und Halligwelt mit zahlreichen Warften, die den Urgewalten des Meeres ausgeliefert war. Den Gotteskoogsee gab es als solchen noch nicht.

Nachdem es gelungen war, den Gotteskoog einzudeichen, begann nun der Kampf der Anwohner gegen das Süßwasser, das sich im Koog durch das ablaufende Wasser der Geest wie in einem Sammelbecken zusammenzog. Die ersten Trockenlegungsmaßnahmen wurden ab 1622 durch die holländischen Deichbaumeister Rollwagen und de Moll eingeleitet. Es entstand ein System von Sielzügen mit einem sogenannten ›Rollwagenzug‹, der als Hauptsielzug zum Einsatz kam und für die Entwässerung des Kooges sorgen sollte.

Bis in das 20. Jahrhundert hinein dauerte es schließlich, bis eine nennenswert große Fläche trockengelegt werden konnte – allerdings mit katastrophalen Folgen: Es kam zu einer folgenschweren Verkleinerung der offenen Wasserflächen; ganze Seen verschwanden. Hatte beispielsweise der Gotteskoogsee 1926 etwa noch 500 ha offene Wasserflächen, so waren es 1983 nur noch 25,8 ha. Durch die fortschreitende Verlandung und intensive landwirtschaftliche Nutzung wurden seltene Tier- und Pflanzenarten verdrängt, bis an jenem 13. August 1982 die Umkehr, die  Renaturierung eingeleitet wurde.

Das etwa 275 ha große Süsswasserbiotop ›Gotteskoogsee‹ in seiner heutigen Gestalt ist Teil der Seenlandschaft des etwa 10400 ha großen Gotteskooges. Innerhalb der nordfriesischen Marsch ist der Gotteskoog mit dieser Fläche somit der größte Koog. Wenige 100 m entfernt, in westlicher Richtung, liegt der Bundesgaarder See. Mit dem Gottesgoogsee bildete er in früheren Jahren eine gemeinsame Wasserfläche. Wer die notwendige Geduld des Verweilens aufbringt, kann inzwischen wieder den Ruf der Großen Rohrdommel  über dem See bzw. im Gotteskoog hören oder den größten Greifvogel der nordfriesischen Landschaft am Himmel sehen.

Literaturhinweise

  • Karin Jergas, Die Auferstehung eines Sees. Der Deichgraf holt Wasser ins Land, in: Die Zeit, Ausgabe vom 05. November 1982
  • Der Gotteskoogsee, Faltblatt, Redaktion: M. Christiansen, J.P. Hansen, P.L. Hartwigsen, W. Petersen-Andresen, P. Reverchon, A. Stapelfeldt

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