Geest

Den höhergelegenen Mittelrücken Schleswig-Holsteins nennt man ›Geest‹

Geest | Landschaftszonen in Schleswig-HolsteinZu den drei Landschaftszonen Schleswig-Holsteins gehören die Marschen (Landschaftszone, die nacheiszeitlichen Ursprungs ist), die Geest (Altmoränenlandschaft der Saale-Kaltzeit) und das Hügelland in Ostholstein (Jungmoränenlandschaft der Weichsel-Kaltzeit, die nicht älter als 100.000 Jahre ist).

Sie verlaufen in drei Streifen von Norden nach Süden Schleswig-Holsteins. Im Gegensatz zum nacheiszeitlich entstanden Marschland, haben sich ›Geest‹ und östliches Hügelland aus Geröll und Geschiebe der Gletscherablagerungen von vor 297.000 bis 128.000 Jahren gebildet (LLUR, 2011).

Die Altmoränen der Saale-Kältezeit sind mehr als 100.000 Jahre älter als die Jungmoränen der Weichsel-Kältezeit, die zur Bildung des östlichen Hügellandes geführt haben und in der jüngeren Weichseleiszeit entstanden sind. Die Geest kommt in Dänemark, Norddeutschland, Flandern und den Niederlanden vor und besteht zum größeren Teil aus trockenen und nährstoffarmen Sandböden. Entstanden ist die Geest aus mitgeführten Schutt-, Geröll- und Sandablagerungen der Saale-Kältezeit. Auf Sylt, Amrum und Föhr hat der Anstieg des Meeresspiegels an manchen Stellen des westlichen Geestrandes zur Bildung von Steilufern geführt.

Die höher gelegenen Geestflächen bilden den ›Mittelrücken Schleswig-Holsteins‹, der sich zwischen dem Marschland Nordfrieslands und dem Schleswig-Hosteinischen Hügelland (Ostholstein) befindet. Er teilt sich auf in die Hohe G., die durch Gletscherablagerungen (Altmoränenreste bzw. Endmoränen) im Süden Schleswig-Holsteins und der Niederen G., die durch Schmelzwasserablagerungen der Weichsel-Kaltzeit entstanden ist.

Die Herkunft des Wortes Geest leitet sich aus dem niederdeutschen ›gest‹ ab, was soviel wie ›trocken‹, rissig, klaffend oder auch ›unfruchtbar‹ bedeutet. Dementsprechend gilt der Geestboden als nährstoffarm, überwiegend sandig und kalkarm und hat im Gegensatz zum fruchtbaren Marschland eine eher geringe Ertragsfähigkeit.

© Dieter Johannsen

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Bildhinweise

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