Döns

Die behagliche Bauernstube aus Nordfriesland ist der ›Döns‹

Döns | Die friesische Wohn- und Bauernstube des FriesenhausesWar der ›Pesel‹ ein nicht beheizbarer Raum (aus diesem Grunde auch als ›kalte Pracht‹ bezeichnet), die gute Stube, die nur für festliche Anlässe, Familienfeiern oder andere herausgehobene Ereignisse vorgesehen war, benutzte man die behaglichere und beheizbare ›Döns‹ (auch als ›Dörns‹ bzw. ›Dörnsch‹ bezeichnet), eine gemeinschaftliche Wohn- oder Bauernstube für das tägliche Leben in einem Friesen- oder Bauernhaus.

Die Bezeichnung ›Döns‹ leitet sich aus dem Dänischen ab und meint damit einen ›beheizbaren Aufenthaltsraum‹. Erstmals taucht der Begriff in Schleswig-Holstein 1444 in der Burg Glambeck, auf der Halbinsel Burgtiefe, Fehmarn, auf. (von den ehemals glanzvollen Zeiten der Burg ist heute nicht mehr viel zu sehen. Nur noch die Grundmauern, die zum Teil bis zu 4 m nach oben ragen, sind von der Burganlage übriggeblieben).

Im Döns wurde gewöhnlich gegessen und gearbeitet und im kompakten Alkoven, der in den Zwischenwänden eingelassen war, geschlafen. Jeder Bewohner des Bauernhauses erhielt im Döns seinen festen, ihm zugewiesenen Platz. Beheizt wurde der ›Döns‹ durch einen von außen bedienbaren Bileggerofen (Niederdeutsch: bileggen für dazulegen, nachheizen). Der Bilegger, auch als Beilegerofen bezeichnet, wurde normalerweise zwischen Stube und Küche aufgestellt, so dass von der Küche aus immer nachgelegt werden konnte. So blieb die tägliche Wohnstube rauchfrei, warm und sauber.

© Dieter Johannsen

Literaturverzeichnis

Abbildung:

  • Friesische Wohnstube im Tüöttenmuseum in Mettingen, Kreis Steinfurt, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
    Urheber: J.-H. Janßen, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons