Rungholt

Als das ›Atlantis der Nordsee‹ wird die ehemalige Siedlung Rungholt bezeichnet. Sie war Teil der nordfriesischen Küstenlandschaft und teilte sich in die beiden zusammengehörenden Siedlungen ›Grote Rungholt‹ und ›Lütke Rungholt‹. Diese beiden Siedlungen bildeten den Hauptort des Verwaltungsbezirks Edomsharde innerhalb der Landschaft Strand mit seinen insgesamt fünf Harden (Verwaltungseinheiten mit jeweils eigener Gerichtsbarkeit).

Die Siedlung versank am 16. und 17. Januar 1362, während der 2. Marcellusflut, der sogenannten 1. Groten Mandränke, in den Fluten des nordfriesischen Wattenmeeres. Es gab im 14. Jahrhundert über Rungholt keine schriftlichen Dokumente, sondern lediglich mündliche Überlieferungen. Und so konnten sich im weiteren Verlaufe der Jahrhunderte die sagenumwobenen Mythen bilden.

Etwa zwischen 1920 und 1940 wurden große Mengen Schlick freigespült, die schließlich eine Vielzahl von Überresten ehemaliger Warften und Brunnen, nordwestlich der Hallig Südfall (zwischen der Halbinsel Nordstrand und Pellworm), sichtbar werden ließen. Aus diesen Fundstücken konnte man einen hinreichend genauen Eindruck nicht nur von der einstigen Größe sondern auch einen sicheren Nachweis von der ehemaligen Existenz der Siedlung erhalten.