Pesel

An der Nordsee und ebenso auf den Halligen trifft man häufig auf die aus dem friesischen stammende Bezeichnung ›Pesel‹. (altfriesisch auch als ›Pisel‹ bezeichnet.

Gemeint ist mit diesem Begriff der repräsentabelste Raum im Haus, eine Art ›gute Stube‹ oder ein Raum, den man nur zu besonderen Anlässen, etwa für Familienfeiern, Besuche, Festtage oder sogar zum Aufbahren von Verstorbenen nutzt.

Nicht selten gibt es in diesem Raum einen Bereich, der mit handgemalten Fliesen versehen wurde. Gewöhnlich ist der ›Pesel‹ nicht beheizt worden. Im Norden Schleswig-Holsteins und an der Westküste, auf einigen Inseln und häufig auf den Halligen – zum Beispiel auf den Halligen ›Hooge‹ oder ›Langeneß‹ – kann man den Pesel noch finden.

Daneben gab es freilich noch den normalen Aufenthaltsraum, das durchaus mehr Behagen ausstrahlende Wohnzimmer, das im friesischen auch als ›Döns‹ bezeichnet wurde.