Koog

Wenn flaches Marschland durch Entwässerung dem Meer abgewonnen und zum Schutz eingedeicht wird, sprechen wir von einem ›Koog‹, einem ›Groden‹ oder einem ›Polder‹.

Wie entsteht nun ein Koog?

Für die Landgewinnung muss das Wasser der Nordsee zunächst ›beruhigt‹ werden. Dafür sorgt ein System von Buhnen und Lahnungen, die bei Ebbe das Abfließen von Schwebteilchen verzögern. Diese können sich allmählich als Schlick zwischen den Buhnen und Lahnungen auf dem Meeresboden absetzen. Der Meeresboden kann sich auf diese Weise allmählich erhöhen, so dass sich Queller und Strandhafer, die sogenannten Pionierpflanzen, ansiedeln können.

Hat der Meeresboden schließlich die Fluthöhe erreicht, werden Gräben mit Schlick ausgehoben, der auf dem Boden verteilt wird, um eine weitere Erhöhung des Meeresbodens zu erreichen. Auf diese Weise lassen sich die Landflächen vor den Deichen vergrößern. Gleichzeitig schützen die zusätzlich gewonnenen Flächen, auch als Vorland bezeichnet, die Deiche. In den ausgehobenen Gräben können sich neue Sedimente ablagern (vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Landgewinnung).

Wenn das Vorland genügend Fläche aufweist, wird es zum Schutz vor Sturmfluten eingedeicht, um dauerhaft genutzt werden zu können.

Das neu eingedeichte Land wird als Koog‹ (Mehrzahl = ›Köge‹) bezeichnet und ist der in Schleswig-Holstein gebäuchliche Begriff. Im Oldenburger Raum, Niedersachsen, verwendet man dagegen eher den Begriff ›Groden‹, in den Niederlanden sowie in den angrenzenden Teilen Ostfrieslands spricht man üblicherweise von einem ›Polder‹.