Kirchspiel

Der Begriff ›Kirchspiel‹ erscheint zum ersten Mal im 12. Jahrhundert und bezeichnet ursprünglich einen Bezirk, in dem ein Pfarrer bestimmte Amtshandlungen ausführen und predigen kann. Dabei können mehrere Orte zu einem Kirchspiel zusammengefasst sein. In bestimmten Regionen ist dieser Terminus durchaus noch gebräuchlich, nämlich dann, wenn mindestens zwei eigenständige Kirchengemeinden sich zu einem Pfarrbezirk zusammengeschlossen haben.

Bis zum Jahre 1864, als Schleswig und Holstein noch Herzogtümer des dänischen ›Gesamtstaates‹ waren, hatten die Kirchspiele eine eigene Verwaltungs-, Steuer- und Gerichtsbarkeit, zudem auch die Möglichkeit ein eigenes militärisches Aufgebot zu stellen.

Heute kommt es vor, dass eine einzelne Kirchengemeinde keinen eigenen Pfarrer unterhalten kann. Also schließen sich kleinere Kirchengemeinden dann zu einem Kirchspiel zusammen und vereinbaren, wieviel jede Einzelgemeinde aus dem jeweiligen Kirchengemeindehaushalt für die Amtshandlungen oder Predigten des Pfarrers zu entrichten hat.

Heute verwendet man dafür eher den Begriff ›Pfarrverbund‹.

Literatur:
K.-J. Lorenzen-Schmidt und Ortwin Pelc (Hrsg.), Schleswig-Holstein Lexikon, Neumünster 2000