Julianenflut 1164

»Als das erste historisch belegte große Hochwasser an der deutschen Nordseeküste« (vgl. deutschlandfunk.de) gilt die ›Julianenflut‹, die vom 16. Februar, dem Gedenktag der heiligen Juliana von Nikomedien, auf den 17. Februar 1164 über die friesische Küste hereinbrach (Im Mittelalter wurden schwere Sturmfluten üblicherweise von klerikalen Würdenträgern beschrieben und von diesen nach dem jeweiligen Tagesheiligen benannt).

In seiner zwischen 1163 und 1168 entstandenen Slawenchronik berichtet Helmold von Bosau von der ›Julianenflut‹, der etwa 20.000 Menschen ums Leben kamen und viele tausend Stück Nutzvieh verendeten. Die Küstenabschnitte in den heutigen niedersächsischen Gebieten Ostfrieslands, der Landkreis Frieslands sowie Zuidersee waren am stärksten betroffen. Im Mündungsgebiet der Jade bildete eine Vorstufe zum heutigen Jadebusen (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Julianenflut).

Wer war Juliana von Nikomedien?
Die Namensgeberin Juliana von Nikomedien lebte nur etwa 20 Jahre. Sie wurde um 285 in Nikomedien, dem heutigen İzmit bei Istanbul, geboren und ist dort auch im Jahre 304 hingerichtet worden. Aufgewachen ist sie in einer heidnischen Familie, die von Religion nichts wissen wollte. Da sie von den Christenversammlungen sehr fasziniert war, nahm sie an diesen teil, so oft sie konnte. Einem Senator namens Eleusius wurde sie zur Frau versprochen. Von diesem forderte sie, sich erst taufen zu lassen, bevor sie ihn heiratete. Die Eltern Julianas versuchten vergeblich, sie umzustimmen. Schließlich wurde sie vom eigenen Vater den Christenverfolgern unter den Kaisern Diokletian und Maximian ausgeliefert und hingerichtet (vgl. https://bistum-augsburg.de/heilige-des-tages/heilige/juliana-von-nikomedien).