Burchardiflut

Es waren zwei verheerende Sturmfluten, die die Nordseeküste verwüsten und somit den Küstenverlauf Schleswig-Holsteins fundamental verändern: Die Marcellusflut von 1362 und die Burchardiflut von 1634.

Die erste dieser verhängnisvollen Sturmflut war die sogenannte zweite Marcellusflut, die am 16. Januar 1362 wütete und als ›Erste große Mandränke‹ (Großes Ertrinken) in die Geschichte einging. Alt-Nordstrand wird zerstört und die sagenumwobene Siedlung Rungholt, die den Ruf hatte, reich und gotteslästerlich zu sein, versinkt in den Fluten. Viele Marschbauern verlieren große Flächen der Kulturlandschaft.

Die damals noch im Landesinneren liegende und relativ unbedeutende Stadt Husum, lag nun an der Küste. Ein Hafen wird gebaut und in nur wenigen Jahrzehnten konnte sich Husum zu einer geschäftigen Handelsstadt entwickeln. Die Hallig Südfall wird als erste Hallig von Alt-Nordstrand abgepalten. In der ›nordfriesichen Chronik‹ von 1666 berichtet der im Jahre 1626 geborene Chronist und Pastor der Hallig Nordstrandischmoor, Anton Heimreich von 21 gebrochenen Deichen. Die Opferzahlen schwanken – abhängig vom jeweiligen Chronisten – zwischen 10.000 und 100.000.

Als zweite Grote Mandränke (Großes Ertrinken) ging die verheerende Sturmflut von 1634 in die Geschichte der großen Sturmfluten ein. Sie erhielt den Namen ›Burchardiflut‹ und ereignete sich in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober. Von Ribe in Dänemark bis hinunter nach Brunsbüttel wurde die Küste verwüstet. Große Teile der Insel Alt-Nordstrand versanken im Meer. Die Opferzahlen schwanken zwischen 8.000 und 15.000 Menschen. Die schwersten Schäden entstanden im Bereich Nordfriesland. Da man noch die Schrecken der ersten Marcellusflut von 1362 in Erinnerung hatte, ging die Burchardiflut als die ›Zweite große Mandränke‹ in die Geschichte Nordfrieslands ein.

Literatur:
www.ndr.de