Allerheiligenflut 1570

In der Geschichte der Niederlande gilt die Allerheiligenflut von 1570 als die verheerendste Überschwemmung vor dem 20. Jahrhundert. Sie traf die Nordseeküste von Flandern bis Jütland. In den Niederlanden lag das Zentrum der Sturmflut.

Am Morgen der Allerheiligenflut 1570 hatte der Domänenrat in Bergen op Zoom (Verwaltungsbehörde) zwar vor einer sehr starken Flut gewarnt. Doch besonders wirkungsvoll schien diese Warnung nicht gewesen zu sein, denn die meisten Opfer waren unvorbereitet. Außerdem waren die Deiche als Folge des 80 Jahre währenden ›Spanisch-Niederländischen Krieges‹ von 1568 bis 1648 gegen die spanischen Besatzer stark vernachlässigt. So verwundert es nicht, dass während der Allerheiligenflut von 1570 bis zu 80 Prozent der Niederlande überflutet wurden.

Die Pegelstände lagen mehr als 4 m über dem mittleren Hochwasser, zahllose Deiche und unzählige Häuser wurden zerstört. Rund um Antwerper verschwanden vier Dörfer »unter einer dicken Schicht Schlick«. Etwa 20.000 Menschen kamen ums Leben, Zehntausende wurden obdachlos. In einer einzigen Nacht wurde alles in eine »wilde Wasserwüste« verwandelt. Der holländische Chronist Antorff sprach von »greulicher Wassernoth und Verderben« die als eine Strafe Gottes anzusehen sei – eine Betrachtungsweise, die zu jener Zeit aus dem Zusammentreffen von Katastrophe  Gedenktag ›Allerheiligen‹ abgeleitet wurde.

Literatur:
www.welt.de
www.zeit.de
www.deltawerken.com