Halligen

Die Halligen entstanden im Mittelalter, am Ende der letzten Kaltzeit vor etwa 12.500 bis 10.000 Jahren. Durch das Abschmelzen der Eismassen kam es zum allmählichen Anstieg des Meerespiegels.

Große zusammenhängende Landmassen, die von zahlreichen Prielen durchzogen waren, wurden durch die erste große Mandränke im Jahre 1362 überflutet und auseinandergerissen. Altes und flaches Marschland konnte zudem durch die immer wiederkehrenden Überflutungen aufgeschwemmt werden. Übrig blieben Landreste aus denen die heutigen Halligen, kleinere Marschinseln entstehen konnten. So gehörten zum Beispiel die heutige Halbinsel Nordstrand und die Insel Pellworm zu jener Zeit zu einer großen Insel, die den Namen ›Strand‹ trug.

Die heute bestehenden zehn Halligen, von denen sieben bewohnt sind, liegen im südlichen Teil des nordfriesischen Wattenmeeres Schleswig-Holsteins, sind der Westküste vorgelagert und – im Unterschied zu den Inseln – sogenannte nicht eingedeichte kleine Marschinseln, die sich um die Insel Pellworm gruppieren.

Da sich die Marschinseln nur wenige Meter über dem Meeresspiegel erheben, werden sie mehrere Male im Jahr überspült. Nur die Warften, künstlich angelegte Erdhügel auf denen die Häuser stehen, bleiben verschont.

Theodor Storm bezeichnete die Halligen einst in seiner Novelle ›Eine Halligfahrt‹ als ›schwimmende Träume‹. Diese Charakteristik ist durchaus treffend. Denn betrachtet man die Halligen vom Festland aus, so liegen sie fast ein wenig unwirklich und verloren in der weiten Nordsee da, geheimnisvoll und spirituell, tauchen auf wie aus einem Märchen aus den Tiefen des Wattenmeeres.