Nordsee in Schwarzweiß

Anlegestelle Schlüttsiel - Nordsee in SchwarzweißIn dem Foto-Projekt ›Nordsee in Schwarzweiß‹ geht es insbesondere um die Darstellung unterschiedlicher Ansichten der Westküste in Schwarzweiß-Bildern. Die Nordsee mit seinem Weltnaturerbe Wattenmeer und der einzigartigen Naturlandschaft bietet angesichts der immer wieder wechselnden Lichtverhältnisse eine nahezu unendlich scheinende Anzahl faszinierender Aufnahmen.

Sofern es nicht gerade regnet, ist der Fotoapparat, entweder die Canon 5D Mark III oder die äußerst handliche ›Sony Alpha 6300‹, und wenn möglich, ein Stativ immer dabei. Die nicht selten mit Licht verwöhnte nordfriesische Landschaft offenbart für den Fotografen ideale Voraussetzungen und einen respektablen Zuwachs an fotografischen Möglichkeiten und Motiven. Die weiten Landschaften, häufig wechselnden Lichtverhältnisse und Wolkenformationen eignen sich bestens für stimmungsvolle Bilder in Schwarzweiß.

Sehr wahrscheinlich waren diese Perspektiven ein vorherrschendes Motiv, unseren Standort von der Region Hannover nach Nordfriesland, an die Schleswig-Holsteinische Westküste der Nordsee zu verlegen, unweit vom Hauke-Haien-Koog und dem Bottschlotter See, der im Jahre 1633 als Rest eines Priels im Zuge der Eindeichung des Bottschlotter Kooges entstand (Wikipedia). Die Region, besonders geprägt von den Nordfriesischen Inseln und Halligen, hatten wir etwa zwei Jahre zuvor aufgrund einer längeren freiberuflichen Tätigkeit kennen und schätzen gelernt. Von Beginn an haben uns die Landschaft, das Nordseeklima, die Weite, der tiefe Horizont und mehr noch das besondere Licht fasziniert, etwa im Hinblick auf zukünftige Fotoprojekte in Schwarzweiß.

Endlich konnten wir wieder Pferde, Rinder und Kälber auf den Weiden sehen, die mehr und mehr in Niedersachsen nicht mehr sichtbar waren. Schafe, die für den Küstenschutz unverzichtbar sind, haben hier ganz selbstverständlich Ihr Zuhause. Sie sind entlang der Deiche und auf zahlreichen Weideflächen anzutreffen. Das Wetter ist meist wohlmeinender als mancher Wetterbericht dies vorhersagt.

Bereits 1985 wurde die Region von der deutsch-dänischen Seegrenze bis hin zur Elbmündung im Süden zum ›Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer‹ erklärt, 1990 von der UNESCO als ›Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer‹ und 2004, nach Hinzunahme der Halligen (Gröde, Hooge, Langeneß, Nordstrandischmoor und Oland), als ›Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen‹ anerkannt und 2009 schließlich als Weltkulturerbe der UNESCO eingetragen.

Der Deich ist etwa 10 gemütliche Autominuten von uns entfernt, so dass wir dort regelmäßig unseren Besuch abstatten und am Deich entlanglaufen können. Nur selten sind abseits der Häfen und kleineren Anlegestellen, von denen aus man auf die Halligen oder zu den Inseln Föhr und Amrum gelangen kann, Menschen anzutreffen. Zweimal am Tag, im Durchschnitt alle 6 Stunden und 12 Minuten, ist der Nordseegrund bei Niedrigwasser freigelegt. Das ist die Zeit, in der sich zahlreiche Vogelarten einfinden und beobachten lassen, die jetzt vermehrt auf Futtersuche sind.